Bezirk Jenin (Dschenin)

tl_files/bni/jeninkarte.jpg

Der Bezirk Jenin (Dschenin) und die gleichnamige Stadt liegt im Norden des Westjordanlandes und damit im Herzen des ursprünglichen Palästina. Aufgrund vieler Wasserquellen war Jenin schon früh besiedelt, der Ort ist nach Jericho einer der ältesten bewohnten Orte der Erde.

Nachdem die Eisenbahnlinie (Hedschasbahn) seit 1913 Jenin, Afula und Nablus miteinander verband, erlebte der Bezirk Jenin einen gewissen Aufschwung. Als Folge des ersten Weltkriegs geriet Jenin unter englische Kontrolle. Ein Denkmal im Zentrum der Stadt erinnert noch heute an die Stationierung einer Deutschen Fliegerstaffel zur Unterstützung der Türken gegen die Engländer im ersten Weltkrieg.

 

Nach der Teilung Palästinas durch UN Beschluss 1947 war Jenin als Teil des arabisch-palästinensischen Staates ein umkämpfter Ort zwischen Israelis und Arabern, konnte aber seine Unabhängigkeit bewahren. 1967 wurde Jenin, wie das ganze Westjordanland, von Israel erobert und ist seit dieser Zeit besetzt. Mit dem Ausbruch der Al-Aqsa-Intifada (Zweite Intifada) im Jahr 2000, die von Israel niedergeschlagen wurde, verschlechterte sich die Lebenssituation der Bevölkerung deutlich. In den letzten Jahren hat sich die allgemeine Lebenssituation verbessert, viele Gebäude wurden wieder aufgebaut, die Arbeitslosigkeit ist jedoch hoch.

 

In den letzten Jahren ist Jenin durch das „Cinema Jenin“ bekannt geworden. Das inzwischen geschlossene Kino war eine Initiative des deutschen Regisseurs Marcus Vetter, der das während der Zweiten Intifada zerstörte Zentrum mit deutschen Geldern wiederaufbauen ließ; er drehte auch den Film „Ein Herz von Jenin“.

 

Der Distrikt Jenin grenzt im Norden an Nazareth und Afula, im Süden an Nablus und im Westen an die „Grüne Grenze“ zu Israel. Der Bezirk umfasst 18% der gesamten Fläche des Westjordanlandes. Die letzte Volkszählung fand 1998 statt. Im Jahre 2010 rechnete man mit ca. 500.000 Einwohnern im gesamten Distrikt, davon ca. 36.000 in der Stadt Jenin.